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JOHANNES ENDERS/PETER MADSEN DUO
am 21.08.09 auf BR 2 live in Landsberg
Johannes Enders - Saxophones/Bass Clarinet/Flute/Perc.
Peter Madsen - Piano/Perc.
Saxophonist Johannes Enders und Multi-Instrumentalist Peter Madsen
lernten sich auf einer gemeinsamen Europa-Tour kennen und schätzen. Es
entstand die Idee, diese musikalische Beziehung zu vertiefen und die
rhythmische und harmonische Freiheit des Duos auszuloten. Ihre Musik
ist tief verwurzelt in der Tradition des Jazz aber ebenso inspiriert
vom Interesse an modernen Strömungen.
Johannes Enders, einer der vielseitigsten Saxophonisten Deutschlands,
studierte in Graz und New York bei Jazzlegenden wie Donald Byrd und
Dave Liebman. Peter Madsen hat mit den unterschiedlichsten Größen der
Jazz-Szene zusammengespielt: u.a. mit Stan Getz, Kenny Garrett und Matt
Wilson.
ENDERS DOME
aktuelle CD Enders Dome feat.Nils Petter Molvaer erschienen bei Intuition Records
( siehe Shop )
| Johannes Enders |
- Tenorsaxofon/Flöte/Perc
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Stefan Schreiber
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- Bassklarinette
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Ralf Schmidt
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- Kirchenorgel
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Matthias Gmelin
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- Schlagzeug/Perc
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special Guest Micha Acher/Nils Petter Molvaer - Trumpet
Synthesen aus sakraler, europäischer Musik und Jazz bzw. improvisierter Musik gibt es zuhauf. Doch Enders ist ein Album gelungen, das hierzulande bislang einmalig ist. Konkrete und mystische Räume durchdringen einander, Seelenlandschaften gehen in den Nischen und Wölbungen der geweihten Wände auf. Die Zeit erstarrt im Raum. Enders sucht nicht nach der einfachen Übersetzung des längst Verklungenen in aktueller Musik. Ihn interessiert mehr das Alte in ihm selbst, als das Vergangene in der Geschichte. „Mich hat schon immer der sakrale Raum fasziniert“, bekennt Enders. „Man findet ja heute nur noch wenige Räume, die ein Vakuum erzeugen. Unabhängig von der Religion entfaltet jede Kirche ihren eigenen Klang. Jene alte, romanische Basilika in der Nähe von Schonau ist völlig schmucklos. Ich wollte diesen Raum schon immer ausloten. Mit John Hollenbeck und ein paar anderen Leuten im Hinterkopf habe ich Stücke geschrieben, die wir dann in zwei Sessions aufnahmen. Irgendwann entstand eine Schnittstelle zwischen dem elektronischen Kirchenraum und der Elektronik. Viele Aufnahmen habe ich im Nachhinein bearbeitet. Diese Sounds aus der Kirche brachten mich auf so viele Ideen, dass ich es schade gefunden hätte, nicht auch diesen anderen Raum zu öffnen. Da steckt sicher auch vieles von Enders Room drin, aber der Ausgangspunkt ist die Kirche.“ „Enders Dome“ hebt die Zeit als chronologischen Prozess auf. Johannes Enders greift zurück in eine Epoche, die weit vor allem liegt, was wir heute als Tradition begreifen. Doch er lässt sich nicht rückhaltlos in die Vergangenheit fallen, sondern entfacht einen Dialog. In dieser Hinsicht mag sein Album als Gegengift zum ständig wechselnden modischen Habitus taugen. Jedes Tröpfchen Zeitgeist, das man in diese Musik träufelt, verteilt sich in im Ozean aller Ereignisse, die je passiert sind und noch passieren werden. Die Musik ist von einer Last der Jahrhunderte geprägt, die dennoch ganz leicht wirkt. Und von einer Art Melancholie, die trotzdem nicht den Blick nach vorn verstellt. „Ich bin ja ganz offen für alle Gefühlswelten“, so Enders. „Ich hatte viel Zeit, über diese Platte nachzudenken. So ein Kirchenraum hat den Vorteil, dass die Zeit stehen bleibt. Kirchen- und Klosterräume sind und waren stets Orte, an denen man nach Antworten sucht. Ich habe immer das Gefühl, dass man heute viel zu schnell seine Suche aufgibt. Das finde ich schade.“ Die CD erzählt auch von einer Ankunft. Sie beschreibt eine Situation. Andere CDs von Enders versetzten den Hörer stets in den Zustand der internen und externen Bewegung. „Enders Dome“ ist jedoch eine Aufforderung zum Innehalten. Sie hält den Hörer fest und dehnt die Zeit aus, statt sie zu komprimieren. „Das ist vielleicht eine Frage der Identität“, erwägt der Saxofonist. „Enders Room setzt sich aus einer Vielzahl von Einflüssen zusammen. Und meine Jazz-CDs enthalten viele amerikanische Zutaten. Auf Enders Dome habe ich mal versucht, an gar nichts zu denken. Auch beim Komponieren besann ich mich auf meine abendländische Identität. Da spielen Kirchenräume eine prägende Rolle.“ Der Titel „Enders Dome“ klingt womöglich ein wenig ausladend, doch er bezieht sich nicht auf die Größe des Raums, sondern auf dessen spirituelle Beschaffenheit. Die Musik offenbart schnell eine Affinität zu Meditation und Askese. „Mich trieb die Frage um, wo ich selbst gegenüber so einem kargen Raum stehe, ohne mich ablenken zu lassen.“ Dieses Bekenntnis führt unmittelbar zur Persönlichkeit des feinsinnigen Jazzmusikers. „Enders Dome“ deckt menschliche Seiten von Johannes Enders auf, die auf seinen bisherigen Alben noch im Hintergrund standen. Er ist ein sehr überlegter Künstler, der wenig dem Zufall überlässt. Bevor er sich zu einer voreiligen Äußerung hinreißen lässt, denkt er lieber dreimal nach. Im direkten Gespräch drückt er sich stets langsam und vorsichtig aus. Er kommuniziert mit jedem Satz, dass er für seine Aussagen die volle Verantwortung trägt und es den Begriff Nebensache für ihn nicht gibt. Diese Nachdenklichkeit hallt auf der CD wieder. Die Szene von Weilheim gilt weit über die deutschen Grenzen hinaus als Paradiesgarten für musikalische Freiheit. Neben den Gebrüdern Acher zählt Johannes Enders zu den treibenden Kräften dieses Biotops, das von kühnen Journalisten schon mit dem multistilistischen Klangambiente von Chicago verglichen wurde. Ein wichtiger Aspekt dieser Offenheit ist für Enders die Nähe zur Natur. „Die Natur kalibriert mich immer zur Mitte hin“, sagt er beinahe ergriffen. Daher brauchte er auch nicht die Flucht in die Musikwelt des Mittelalters, um seinen persönlichen Bezug zum sakralen Stein herzustellen. „Ich bastle schon seit Jahren an dieser Musik herum. Als ich die Stücke für die Platte komponierte, war alte Musik sicher eine Inspiration. Ich wollte aber keine gregorianischen Choräle nachspielen, sondern beschäftigte mich mit der Frage, welche Musik heute in so einen Kirchenraum passen würde.“ Auf „Enders Dome“ verrät Enders eine enge physische Verbundenheit mit seinen Instrumenten und jedem einzelnen Ton. Gemeinsam mit dem norwegischen Trompeter Nils-Petter Molvaer, dem in München lebenden Tombak-Spieler Saam Schlamminger, Bassklarinettist Ulrich Wangenheim, Drummer John Hollenbeck und Organist Ralf Schmid zelebriert Enders die physische Schönheit und mystische Verklärung des reinen, für sich selbst stehenden Tons. Die Ekstase wohnt in den Zwischenräumen. „Das lag sicher daran, dass dieser Kirchenraum so empfindlich ist. Ich musste stets aufpassen, ihn nicht zu überfrachten. Der Raum reagiert ganz anders auf den einzelnen Ton, als ich es gewohnt bin. Insofern kommt mein persönliches Spiel als Bläser ganz anders rüber, als würde ich wie sonst mit einem Schlagzeuger einfach losspielen.“ Wolf Kampmann
ENDERS ROOM
aktuelle CD Enders Room - Random Guru erschienen bei Tuition Records
siehe www.enders-room.de
Willkommen im Hotel Alba.
Um ihren Aufenthalt in dieser fremdfreundlichen Klangwelt so angenehm wie möglich zu gestalten, bitten wir Sie, die nächsten 56 Minuten und 49 Sekunden gut zuzuhören. Entspannen Sie sich im legeren „Luna Park“ oder bei dem hoffnungsvollen Gedanken „When Love Is New Daily“. Feiern Sie im „Tiki Land“ oder auf einem spannenden Ausflug mit der „Alien Rail Road“ in die Zukunftsvisionen der achtziger Jahre. Schwelgen Sie in „Morph“ (1 und 2), gruseln Sie sich bei „El All“ oder bewundern Sie „The Final Hippie“. Lassen Sie sich ruhig gehen und gehen Sie es ruhig an. Denn: „Die ersten Eindrücke sind die stärksten“, wie Hausherr Johannes Enders weiß.
In „Enders Room“ verquickt der „stilsichere Grenzgänger zwischen DJ- Ästhetik, Elektronik und improvisierten Traditionsfragmenten“ (Musikexpress) seine individuellen und inspirierten Sounds mit den Einflüssen von Steve Reich, Stevie Wonder, Radiohead oder Weather Report und Erfahrungen aus dem Spiel mit The Notwist, Billy Hart, Roy Hargrove, Marsmobil oder fauna flash. „Hotel Alba“ ist das denkenswerte dritte, völlig neue Album dieser elektro-authentischen Spielwiese, immer noch „sanft avantgardistisch“ (Die Zeit), „unangepasst und gut“ (Stereoplay) und dabei wie „Vanilleeis mit heißen Himbeeren, aber bei weitem nicht so süß“ (Die Welt). Mit zehn seiner musikalischsten Intimi, darunter auch Roberto di Gioia oder Sebastian Studnitzky, stellt der Leader auf diesem Album erstmals unter Beweis, dass er nicht nur schöne Songs schreibt, sagenhafte Melodien und Harmonien spielt, alle möglichen Saxophone und Flöten, Fender Rhodes, Philicorda und Piano, dazu Bassklarinette, Gitarre und seinen Computer beherrscht, sondern auch singen kann. Das zeugt von Charakter und Charme – und schlägt den Zuhörer noch inniger und extremer in den Bann dieser Musik. Die Höhen und Tiefen, die Spannung und Entspannung, die diese zwölf Stücke erzeugen, treffen im hohen Bogen ins Ziel. Und das ist, wie immer, der Weg. „Wenn alles fließt, ist alles gut“, meint Johannes Enders. „Aber oft gibt es Knoten.“ Ein gutes Jahr, in endlosen Ein-Mann-Sitzungen im Hobbystudiokeller, und dann auch mit den einzelnen Solisten, hat Johannes Enders die Knoten platzen lassen. Einen nach dem anderen, Stück für Stück – bis alles fließt. Spielerisch, wohlgemerkt, denn nur im Spiel kann der zweifache Vater seine „Fantasie ausflippen lassen“, seine Begeisterung erregen und so unernst wie aufrichtig kreativ sein. „Mein Kriterium ist immer, dass ich die Musik selbst noch hören kann. Und das kann ich. Ja, es macht mir sogar Spaß.” Dieser Spaß, aber auch die tief gefühlte Autorität dieser Musik, überträgt sich direkt auf die Ohrenzeugen. Was Enders lange schon „im Kopf herumschwirrte“ nimmt zwischen den Ohren des Konsumenten Form und Farbe an. Der Broken-House-Beat von „Tiki Land“, mit seinen süchtig machenden Bassklarinette-Synthi-Unisonos, geht über in „When Love Is New Daily“, eine sagenhaft treibende, herrlich harmonische Liebeserklärung mit einem Hauch Shaft im Mittelteil. Auf „Just Red And Blue“, einer „quiet is the new loud“ - Ballade mit allerhand harmonischen Überraschungen, singt Johannes Enders erstmals, so sanft und verhalten, wie er spricht (wie könnte es natürlicher sein?). Der erste Morph besticht (ebenso wie der zweite, ganz andere zum Ausklang), mit den sanften Tönen von Roberto di Gioia („einen guten Pianisten erkennt man daran, was er nicht spielt“, so Enders). Allerdings kommen bei „Morph 1“ Drummer Markus Acher, Gitarrist Frank Kuruc und Sebastian Studnitzky an der Trompete dazu, deren Spiel all dem schwerelosen Raum unendliche Tiefe verleiht. Erschreckend und kalt reißt die Drum`n`Basshektik in „El All“ die „Kluft zwischen Spaßgesellschaft und menschlicher Tragödie“ auf, wie Enders meint, dessen Gesang hier einen „giant bug through empty cities“ schickt. „Am Anfang war ich mir unsicher, was meinen Gesang angeht“, meint Johannes Enders. „Aber ein halbes Jahr nachdem ich mir selbst „Vergiss es!“ gesagt hatte, fielen mir die Gesangsspuren wieder ein. Und mit dem Abstand war mir klar: „Ich muss jetzt mal singen!““ Das Titelstück „Hotel Alba“ balanciert nervös geflüsterte Textfragmente von Laurie Antonioli und eine schöne Musik mit Feenchor, Andy Haberls sanften Drums und dem geschmackvollen Zusammenspiel von Roberto Di Gioias Piano und Enders Bassklarinette. Auf „Free Billy“ übernimmt John Hollenbeck die Drums und Micha Acher bläst, wie auch beim „Final Hippie“, sein volles Flügelhorn. Traumhaft und ätherisch wirkt das, dabei gar nicht aufgeräumt oder irgendwie steril, sicher auch durch das atemberaubende Piano. „Roberto di Gioia bereichert alles“, sagt Enders. „Weil er Platz lässt.“ „La La Bee“ ist das einzige Nicht-Enders-Stück auf diesem Album. Sein Komponist Rainer Boehm spielt das satieske Pianostück in dezenter Craig Armstrong-Idylle, Enders selbst kommt nach knapp zwei Minuten solistisch dazu. „Ein schöner Twist, oder?“, meint er sehr richtig. Tatsächlich leitet dieser Ruhepol zum aufgeregten „The Final Hippie“ und seinem sehr hippen Saxophonsolo über. Im „Luna Park“ entspannt sich der Dub höchstpersönlich, bevor der heiße Ritt auf der „Alien Rail Road“ beginnt. „Dieser Song hätte perfekt in jede Italo-Disco in den Achtzigern gepasst“, meint Enders, der hier unter dem Künstlernamen Stefano di Luca das „schlechteste Orgelsolo aller Zeiten“ spielt. Noch ein abschließender „Morph“, die schon erwähnte Nummer 2, und schon checkt einen „Hotel Alba“ aus. Verlängerungen werden gerne durch Betätigen der Repeat-Taste angenommen. Ankommen, loslassen, eintauchen – willkommen im „Hotel Alba“. P.S.: Ab September ist „Hotel Alba“ auch unterwegs
BILLY HART TRIO
aktuelle CD Billy Hart - Live at the Cafe Damberd erschienen bei ENJA ( siehe Shop )
| Johannes Enders |
- Saxophone |
| Martin Zenker |
- Bass |
Billy Hart
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- Drums |
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auf Tournee im Februar 2010
Sein Schlagzeugspiel zieht sich wie ein roter Faden quer durch die
Jazzgeschichte der letzten 45 Jahre. Seine Vielseitigkeit und
unglaubliche Bandbreite hat ihn zu einem der begehrtesten Sideman des
Modern Jazz gemacht. Dies ist auf über 600 Platteneinspielungen
dokumentiert. Billy Hart ist neben Roy Haynes, Al Foster, Jimmy Cobb und
Jack de Johnette, eine der letzten großen Ikonen des Jazz Drumming. Er
spielte in den Bands von Jimmy Smith, Little Richard, Wes Montgomery,
Herbie Hancock, Stan Getz, Miles Davis, Pharao Sanders u.v.m.
In seiner neuen Formation zelebriert er in eigenen Kompositionen und
Standards zusammen mit dem deutschen Shootingstar und SWR
Jazzpreisträger am Saxophon, Johannes Enders und einem der gefragtesten
Bassisten im deutschsprachigen Raum, Martin Zenker das ungeschminkte und
energiegeladene Triospiel in Reinkultur. In dieser Konstellation gönnen
sie sich die Freiheit zur Erforschung der unendlichen Weiten des
akkordlosen Triospiels und verbinden hier die Traditionen von Elvin
Jones und Joe Henderson mit Einflüssen aus der Jetzt Zeit wie z.B. Radio
Head, Stevie Wonder oder Jimmy Hendrix.
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